Schulbesuch für Rita & Bhimu gesichert

Geschrieben von: Jürgen
Donnerstag, den 05. November 2009 um 07:30 Uhr


Wir sind in Nepal. Finden hier vieles von dem, was wir in Indien vermisst haben.Vom ersten Augenblick an begeistert uns die Landschaft und der Reichtum der Tierwelt. Nepal bzw. seine Bevölkerung ist hingegen arm. Besonders hier im äußersten Westen. Kompliziert wird das Ganze noch durch dieses fatale Kastensystem. Fast ausschließlich Landwirtschaft ernährt hier die Menschen. Landwirtschaft ohne Maschinen und Gerätschaften. Das Hauptwerkzeug ist ein sichelförmiges Messer, bestenfalls ein Ochsenkarren. Das sieht auf Fotos sehr romantisch aus, ist aber ein richtiger Knochenjob. Die Frauen verrichten hier meist härtesten Arbeiten.Und dass sieht man den Menschen an. Trotz allem machen die meisten Menschen denen wir begegnen einen sehr fröhlichen, warmherzigen zufriedenen Eindruck auf uns.

Es gibt natürlich noch den Tourismus. Hier in Thakurdwara durch den Bardia Nationalpark. Ein Geheimtipp, nicht der Größte, abgelegen und relativ unberührt. Nur zu Fuss oder mit dem Elefant begehbar. Das Großwild, Tiger, Nashorn, Elefant, Panter, konzentriert sich auf den verhältnismäßig kleinen westlichsten Zipfel des insgesamt 960 km² großen Parks.
Geheimtipp, und die untouristische Lage, heißt allerdings auch sehr wenig Touristen. Insbesondere die letzten Jahre, seit dem Bürgerkrieg in Nepal und der Welt-Wirtschaftskrise. Die einzige, und schwere Zufahrt gibt den Rest. (Wir sind bei der Flußüberquerung auch stecken geblieben)
Unser wundervoller Guide für die 10 Stunden-Safari, Sitaram (29), arbeitet im sehr gemütlichen Bardia Jungle Cottage als Mädchen für alles. Sitaram lebt zusammen mit seiner 10-köpfigen Verwandschaft, die auch Landwirtschaft betreibt, auf einem sehr einfachen Hof außerhalb von Thakurdwara. Er ist sehr freundlich, aufmerksam und zurückhaltend, liebt die Natur und die Tiere. schon mehrmals hat er seine Ausbildung zum staatlichen Nationalpark-Mitarbeiter aus Geldmangel unterbrechen müssen. Ebenso wie seine Töchter Rita (7) und Bhimu (9) wieder einmal davorstehen Ihren Besuch der BBAS Memorial School abbrechen zu müssen. Ebenfalls aus Geldmangel. Es handelt sich um eine privat-finanzierte Schule, wie es sie in fast jedem noch so kleinen Dorf gibt. Gegründet durch einen Australier vor einigen Jahren. Er erkannte auch, das erfolgreiche Bildung in den staatlichen Schulen, insbesondere hier in Thakurdwara, aus unterschiedlichsten Gründen kaum Möglich ist. Nach unserer Besichtigung dieser staatlich Schule wurde das schnell klar.
Der Rektor der BBAS Memorial-School erzählt uns, das es immer wieder sehr hart ist, wenn gerade so talentierte Schüler wie Rita und Bhimu wieder zurück auf die staatliche Schule geschickt werden müssen. Eine schulische Laufbahn ist nach der Grundschule nur in Schulen Möglich die von den Eltern bezahlt werden müssen. Die jährliche Gebühr wäre noch zu stemmen. Dazu kommen noch die Auslagen für drei Garnituren Schuluniformen und die sehr teuren Bücher. Also entschließen wir uns hier mit Eurem Geld das erste Mal tätig zu werden. Wir werden beiden Töchtern für zunächst einmal die kommenden vier Jahre den Schulbesuch finanzieren. Wenn alles glatt läuft hat Sitaram dann seine Ausbildung abgeschlossen, kann mehr Geld verdienen, um die Ausbildung seiner Töchter selbst zu sichern. Wir sind sehr stolz darauf Euer Geld hier einzusetzen. Denn, wer Sitaram und seine Töchter kennen gelernt hat, wäre genauso überzeugt wie wir, das es diese Sache wert ist.
Sitaram selbst, war der einzige von fünf Geschwistern der eine Schule besuchen durfte. Seine Mutter musste damals ihren einzigen Ohrring verkaufen damit Sitaram weiter zur Schule gehen konnte.

Das Wichtigste ist jedoch, dass diese Menschen etwas erreichen wollen, etwas dafür tun die Dinge zum Besseren zu wenden. Diesen Eindruck hatten wir bisher selten wenn wir vor der Entscheidung standen wem wir mit Eurem Geld helfen wollen.
Uns fällt der Abschied nach fünf Tagen mit Sitaram sehr schwer. Es ist erstaunlich wie schnell sich manchmal in kurzer Zeit ein so intensives Freundschaftsgefühl, entwickeln kann.
Seine Töchter haben uns versprochen regelmäßig über Ihre Fortschritte zu berichten.

Hier noch einmal die besten Wünsche für Dich und Deine Familie!

Die Eltern erhalten pro/Jahr 200€, auf  insgesamt 4 Jahre. Geknüpt an die Bedingung regelmäßig zu berichten was die Kinder gerade machen und wie sie sich entwickeln. Die Auszahlung dann erfolgt jährlich.

Fa. Gefro, Memmingen
Schaper/Sayband
Dana Schönborn
Simone Kühn
Helga & Jürgen

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