Wir haben in der Nähe von Phnom Penh/Kambodscha, ein tolles Projekt gefunden. Es geht zu den Ärmsten, und wir sind erstaunt wie lebensfroh diese Menschen sind. Dank CHOICE können wir unmittelbar helfen. Dass waren zwei Tage voll herzerreissender Momente und großer Erfahrungen.
Seht dazu unser Video
C.H.O.I.C.E. Das sind Ross, Robin, Ron, Rudi und Tony um nur einige der in Kambodscha lebenden, ausländischen Rentner zu nennen. Sie unterstützen die ärmsten der Armen. Man findet sie einige Kilometer vor den Toren der Hauptstadt Phnom Penh. In einfachen Bambushütten am Rand der schmalen, steilen, roten Lehmstraße. Kein Strom, kein fließend Wasser, widrigsten Bedingungen. Sie leben illegal hier und werden nur geduldet. Doch sobald die Straße geteert wird, und das kann jederzeit der Fall sein, sind sie Heimatlose. Wieder einmal! Sie haben kein eigenes Land, können nichts anbauen. Die angrenzenden Felder werden von anderen bewirtschaftet und in der Regenzeit werden sie zuweilen komplett überflutet. Das Wasser macht dann auch nicht halt vor den Hütten.
Trinkwasser, sauberes Trinkwasser ist ein großes Thema. In manchen der von C.H.O.I.C.E. unterstützten
Dörfer, gibt es Brunnen. Diese wurden von UNICEF gebaut, eine gute Sache, doch niemand kontrolliert die Wasserqualität. Auf den Feldern wird fleißig gedüngt und Toiletten gibt es hier nicht. Das heißt, alles geht ins Grundwasser und über den Brunnen landet es in den Trinkbehältern, Kochtöpfen und Waschschüsseln. Viele der Dorfbewohner leiden an Durchfall. Ross und seine Freunde haben den Familien Wasserfilter bereitgestellt. Diese wurden anfangs oft verkauft. So ein Wasserfilter kann 10$ einbringen. Was macht man nicht alles um Geld für Essen aufzutreiben, wenn die Kinder Hunger haben. Das Wasser sieht ungefiltert klar und sauber aus. Das Verständnis fehlt. CHOICE hatte die Idee, nur den Familien Essenspakete zu geben, die ihren Wasserfilter auch nutzen. Es funktioniert! Als wir im Dorf waren, hatten bis auf zwei Haushalte alle ihre Filter im Einsatz. Ein Erfolg!

Wir sehen viele Kinder mit üblen Hautausschlägen, entzündete Insektenstichen, kleinere und größere Verletzungen. Schürfwunden, wie sie bei Kindern oft vorkommen, können hier schnell zu problematischen Infektionsherden werden. Sehr bewegt hat uns das Schicksal eines blinden Babys. Bei seiner Geburt hatte die Mutter Diharö, wenn das Neugeborene damit in Berührung kommt und nicht unmittelbar behandelt wird, ist es für den Rest seines Lebens blind. Uns wird schmerzhaft bewusst, dass wir in einem der ärmsten Länder unserer Erde sind. Viele Krankheiten, viele Todesfälle sind überflüssig. In Deutschland kein Problem. Doch hier sterben Menschen noch an Blinddarmentzündung und Banalerem.
Was wir hier schreiben ist leider nichts neues, jeder von uns kennt solche Berichte. Zuhause eingebunden im Alltag, hört, und liest man davon. Für einen kurzen Moment ist man bewegt und betroffen, denkt kurz darüber nach was man tun könnte. Kommt oft zu der Erkenntnis dass man nichts ändern kann, und das Geld nicht dort ankommt wo es gebraucht wird. Wir kennen das!
Darum sind wir so glücklich diese Menschen gefunden zu haben. Angela (25), eine Khmer und in Kambodscha aufgewachsen, führt mit der Unterstützung von C.H.O.I.C.E. das Erbe ihrer Eltern fort. Diese haben vor Jahren angefangen ihren Landsleuten zu helfen. Mit Angelas Anleitung ist es für CHOICE viel einfacher. Sie kann übersetzen, vermitteln und manchmal auch ein Machtwort mit den Dorfbewohnern sprechen. Sie sind ein super Team. Mit Lebensmitteln, Kleidung, oder was gerade wichtig ist, helfen sie soweit es ihre Mittel zulassen. Ziel ist es irgendwann eine Schule zu bauen. Mit einem „guten“ Lehrer für die Kinder. Dafür müssen noch viele Hürden genommen werden. „Es ist viel Papierkram und wir sind auf die Unterstützung von Behörden angewiesen, das ist schwierig in unserem Land“ erzählt uns Angela. Sie meint damit die Korruption. Dass offen anzusprechen ist in diesem Land nicht ungerfährlich.
Rudi ist Apotheker und kümmert sich gemeinsam mit einer kambodschanischen Krankenschwester um die kleinen und großen Patienten. Er tut was er kann. Sie arbeiten mit anderen Organisationen zusammen, die im Notfall auch Ärzte bereitstellen können.
Unser Eindruck: C.H.O.I.C.E. ist ein Segen für die rund 150 von ihnen betreuten Leute. Nicht nur der Lebensmittel wegen, vielmehr das Gefühl, dass sie ihnen vermitteln, nicht allein und vergessen auf dieser Welt zu sein. Dass es Menschen gibt, die für sie da sind, und tun was in ihrer Macht steht. Deshalb, und auch weil bei C.H.O.I.C.E. jeder sehen kann wie, und wozu die Spendengelder eingesetzt werden. Gemeinsam haben wir eingekauft, gemeinsam haben wir die Lebensmittel gepackt und gemeinsam haben wir sie den Menschen in die Hand gegeben die sie brauchen. Wir haben in lachende und weinende Gesichter geschaut, in traurige und glückliche.
Es war eine bedrückende Erfahrung aber auch eine wunderschöne, bereichernde. Dass wir das mit erleben durften, dafür danken wir Angela und dem Team von C.H.O.I.C.E. Und nicht zuletzt den Frauen, Männern, und vor allem, den Kindern, die uns so herzlich empfangen haben. Sie sind die wahren Helden. Nichts oder sehr wenig zu haben und diese Lebensfreude auszustrahlen, dass ist wahrer Reichtum.
Danke Thilo und Euch allen, die uns ihr Geld anvertraut haben, damit wir hier, vorerst mit 500 US$, helfen können.
Übrigens C.H.O.I.C.E. unterstützt auch ein Waisenhaus (Love In Action). Auch dort fließt ein Teil des Geldes hin. Wer mehr darüber erfahren möchte, findet den Link unter Sponsoren/Freunde.
Ich (Helga) habe mich dort in den kleinen Joshua verliebt. Wenn in Kambodscha Adoption möglich wäre, wer weiß, dann wären wir vielleicht zu dritt weitergefahren.
Alles Liebe Eure
Orangetrotter
Helga & Jürgen