Mein Weg auf den Nemrut Dagi

Geschrieben von: Helga
Donnerstag, den 20. August 2009 um 10:29 Uhr

...oder, wie im richtigen Leben

2:00 Uhr morgens, Jürgen und ich stehen auf um zu Fuss auf den 2150 Meter hohen „Berg der Götter“ zu gehen. Was kaum jemand macht, denn bis kurz vor den Gipfel führt eine Strasse.
Früh morgens und abends jeweils zum Sonnenauf- bzw. Sonnenuntegang fahren zig Autos dort hoch. Doch wir möchten unseren Orangetrotter etwas schonen und uns körperlich etwas fordern.

Mitten in der Nacht

packen wir unsere Sachen zusammen und starten unsere Tour gleich mit einem heftigen Steilstück.
Wer mich kennt der ahnt bereits, dass diese Wanderung für mich eine große Herausforderung bedeutet. Nachts bin ich nicht gerade die Mutigste und extrem Schreckhaft, hinter jedem Schatten , hinter jedem Geräusch befürchte ich immer gleich das Schlimmste. Gute Voraussetzungen für eine Weltreise, gell. Aber auch das war und ist eine Motivation für mich für diese Reise. Ängste überwinden, mich neuen Herausforderungen stellen und meine Grenzen kennen lernen.

 

Spannende Gedanken hatte ich auf diesem Weg:

Im Dunkeln zu stehen, zu tappen, den Weg nicht zu kennen und auch nicht das Ziel. Vielleicht nur eine Ahnung davon was mich erwartet oder auch nicht.
Die Sterne erhellen einen Teil des Unbekannten. Schatten die ich erkenne beflügeln meine Phantasie, ich fürchte mich. Immer nur auf den nächsten Schritt versuch ich mich zu konzentrieren, nicht umzusehen und nicht allzu weit nach vorn. Den Sternenhimmel über mir möchte ich genießen und die kühle Luft die über meine Haus streift.
In eineinhalb Stunden ist Sonnenaufgang, es müsste doch schon bald zu dämmern beginnen.
Mittlerweile kommen immer wieder Autos an uns vorbei, halten an bieten an uns mit zu nehmen, wie verlockend, doch den Weg, meinen Weg will ich, muss ich selber gehen.
Es dämmert, die Straße ist klar zu sehen, Hochgefühle stellen sich ein, das Laufen kann ich jetzt uneingeschränkt genießen, könnte ewig weiter gehen. Das Ziel ist zu sehen, kurz vor dem Gipfel verlässt mich beinah die Kraft, ich gehe weiter, ruh mich jetzt noch nicht aus. Den inneren Schweinehund noch einmal überwinden, mich noch einmal anstrengen über den Punkt an dem ich denke ich kann nicht mehr hinaus.

Die Belohnung:
Sonnenaufgang auf 2152 Meter

Der Weg war das Ziel - und ich bin ihn gegangen.

So Ihr Lieben das war heute mal a bisserl anders, gell.

Ich bin gespannt auf die nächste Herausforderung die mich erwartet und ich habe das Gefühl die wird nicht lange auf sich warten lassen, denn morgen geht es in den Iran. Ich bin gespannt und Ihr?

Seid Ihr dabei.

 

Eure Helga - orangetrotter
ein bisserl kalt wars schon:


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