
Wir rollen auf Sydney zu und schlagartig stellen sich die Gefühle ein, die wir eigentlich schon vor knapp 6 Monaten beim Besuch des Uluru (Ayers Rock) erwartet hatten. Wir haben es getan!!! Wir sind tatsächlich von Deutschland nach Australien getuckert. 100% sentimental, überglücklich, aber auch
nachdenklich was die Zukunft bringt! Was nicht heißt dass die Reise zu Ende ist. Nein, wir haben lediglich den weitest entfernten Punkt (von West nach Ost gesehen) unserer Reise erreicht.
Steve Müller hat unseren Orangetrotter im ca. 4000 km entfernten Perth entdeckt, uns aber nicht angetroffen. Er lädt uns über unser Gästebuch ein, wir sollen unbedingt vorbeischauen, wenn wir in Sydney sind.
Die ganze Familie Müller ist seit Generationen VW-Versaut. Die Eltern unterhalten mit den anderen Söhnen ein Verkaufshaus und Steve hat sich auf Restauration und Umbau von VW-Oldtimern spezialisiert. Bei dem Anblick seines Stadels etwas außerhalb, würde jeder VW-Freak feuchte Augen bekommen. Hier stehen grob geschätzt 60 Fahrzeuge zu den 30-40 die verstreut um seine Werkstatt stehen. Von Karmann-Chia, über Split-Window Käfer und Busse, (einige aus den ersten Modell-Jahren) bis zum exotischen Typ 3 Cabrio-Umbau, alle unrestauriert. Sozusagen seine Altersvorsorge.

Wir genießen den Ausritt in einem der Split-Window Buse, bei voll geöffneten Frontscheiben und lassen uns die heiße Luft und den herrlichen Sound um die Ohren blasen. Steve organisiert auch die Felgen die ich für die Container-Verladung des Orangetrotters brauche, direkt in Melbourne, für nen Appel un nen Ei. Super, dass läuft wieder!
Sydney macht Spaß, doch wir waren noch nie die Stadt-Freaks, deshalb zieht´s uns bald zurück an die wundervolle Küste zwischen Sydney und Melbourne die wir bei der Herfahrt entdeckt haben. Allerdings nicht, ohne vorher noch den Blue Mountains einen Besuch abzustatten.
Und dass war echt ein unerwartetes Highlight. Imposante Felsenkliffe eingebettet in tiefgrünes, unberührtes Buschland.

Die „Three Sisters“ die bekannteste Felsformation wird nachts von waghalsigen Kletterern heimgesucht. Sie besteigen die Wand nur im Scheinwerfer-Licht der gegenüberliegenden Aussichtsplattform.Und wenn nun jemand den Strom abdreht? Ich mach mir echt Sorgen um die zwei drahtigen Jungs, denen ich im halbdunkel begegnet bin, und die wir dann mehrere Stunden bei ihrer Aktion beobachten.
Irgendwann gehen wir dann doch ins Bett. Aber wir waren echt erleichtert als sie Morgens um drei wohlbehalten an ihrem Fahrzeug auftauchten, dass direkt bei uns parkte. Absolut „crazy“!
Zurück in Melbourne nehmen wir Tanjas Einladung an, die letzten australischen Tage bei ihr, und ihrer bezauberten Familie zu verbringen. Besser kann´s nicht laufen. Wir genießen ihre große Gastfreundschaft und organisieren nebenbei die Verschiffung des Trotters.
Und auch da läufts perfekt. Solar Module runter vom Dach, Stahlfelgen ohne Reifen drauf. Die Firma die diesen Container gebaut hat war großzügig! Er liegt von der Einfahrthöhe fast 5cm über dem Normmaß. Sonst hätte es vielleicht doch noch Probleme gegeben.
Verzurren, Klappe zu, ab jetzt sind wir Obdachlos! Aber die Reise geht weiter!
Herzliche Grüße
Jürgen Orangetrotter