Australien- zwangsläufig tödlich?

Geschrieben von: Jürgen
Sonntag, den 26. September 2010 um 23:58 Uhr

Heute ist der gefürchtete Quarantäne-Check.Wir denken mit Schrecken an die Geschichte eines Engländers der vier Monate, und etliche hundert Dollar leichter, auf sein Fahrzeug warten musste bis die Behörde grünes Licht gab.
Erstes Hindernis. Wir dürfen dass Hafengelände nur mit geschlossenen Schuhen betreten. Doch die sind im Orangetrotter. Also leihen wir in unserem Guesthouse von unseren Vermietern zwei Paar.

Zweites Hindernis: Unser Verschiffer hat unseren Autoschlüssel mit seinem Schiff zurück nach Singapur geschickt. Aus meinem Geheimfach, dass jetzt nicht mehr geheim ist, fummle ich den Ersatzsschlüsselbund.

 

Der AIQS-Beamte ist jung, locker, und doch etwas schüchtern, gutes Zeichen?
Lebensmittel: OK
Innenraum: OK
Unterboden: OK
Nach nicht einmal einer halben Stunde bekommen ein dickes Lob, für unser „astrein“ geputztes Auto.(hat ja auch nur fünf Tage gedauert) Bisher kennen wir noch keinen Fall bei dem der Check auf Anhieb bestanden wurde.

Wir warten auf den Schlüsselkurier und nach etwas Papierkram sitzen wir endlich breit grinsend in unserem Orangetrotter, um gleich mal wieder auf der falschen Straßenseite das Hafengelände zu verlassen. Komisch eigentlich müsste ich es doch gewohnt sein. Die letzten sieben Monate war ich doch nur links unterwegs.
Australien?
Für uns erst mal das Land mit den überfüllten Regalen, der Dinge die wir so vermisst haben.

Wie kleine Kinder stehen wir vor den vielfältig gefüllten Wurst-und Käsetheken. In der Bäckerei bekunde ich der Verkäuferin wie toll es ist, nach so langer Zeit wieder richtiges Brot zu sehen. Sie schaut mich entgeistert an, und ich überlege nur kurz ob ich Ihr die ganze Story erzählen soll. Nein- zurück zur Wursttheke!

Und sonst? Der größte Inselstaat, die größte Insel, gleichzeitig Kontinent, der rote Kontinent! Das Land mit den unzähligen Verbots- und Warnschildern, verbunden mit den höchsten Geldstrafen.

Auch der giftigste, und vielleicht tödlichste Kontinent.

Es gibt hier mehr Lebewesen die einen umbringen können als irgendwo sonst auf der Welt.

 


Die zehn giftigsten Schlangen leben hier. Fünf der tierischen Bewohner - die Trichterspinne, die Würfelqualle, der Blaurinkraker, der Steinfisch, und eine bestimmte Zeckenart sind tödlich für den Menschen. Mit Salzwasserkrokodilen ist überall am Strand um Darwin, und bis 100 Kilometer tief ins Landesinnere zu rechnen. Die starken Strömungen an den Stränden sind berühmt und berüchtigt. Also kurzum, das Albtraum-Land für Helga. Und dennoch, sie liebt es jeden Tag mehr!

Doppelt Schade! Australien ist auch berühmt für seine grandiosen Strände, das schönste Meer, das sauberste Wasser. Dass können wir jetzt schon bestätigen. Aber Baden ist kaum wo Möglich, oder setzt zumindest eine ausgesprochen leichtsinnige, suizidgefährdete Natur voraus.

Es gab immer wieder Zeitgenossen die uns von Australien abgeraten haben:
Langweilig nach Asien, öde, unspektakulär, kulturlos, teuer, waren die Argumente. Jungs, wo habt ihr hingeschaut? Und teuer ist gar kein Ausdruck, es ist Schweineteuer, zumindest im Vergleich mit Asien. Nichts gibt’s hier umsonst! Kultur hatten wir genug in Asien.( z.B. Internet 6 € die Stunde, seid deshalb nicht böse wenn unsere Berichte und Bilder spärlicher werden. Für solch einen Bericht udn HP-Aktuallisierung gehen leicht 3 Std. drauf)

Innerhalb der letzten Tage „on the Road“ haben wir schon einiges entdecken können. Vom Wallaby, Kakadus und Vögel in allen Farben, Flughunde, Krokodile, atemberaubende Wasserfälle, haushohen Termitenbauten, kitschigste Sonnenuntergänge, grandiosen Landschaften, bis zu den obligatorischen Kängurus. Darwin selbst, nur so groß wie eine Kleinstadt, und die Menschen, die uns begegnen als wären wir mit ihnen aufgewachsen.

 

Wir sind uns sicher, Australien hat uns einiges zu bieten. Ganz besonders freuen wir uns auf die Erfahrung mit dem Nichts, dem Outback! Vielleicht können wir dann die Größe dieses Landes besser begreifen, und wie unwirtlich es über unglaublich weite Gebiete ist, was die Menschen dazu bewegt ausgerechnet dort zu leben. Die nächsten Tage rollen wir über 1000 Kilometer „Nichts“ Richtung Uluru (Ayers Rock), dem Wahrzeichen schlechthin.

Und dann ist da noch das Thema mit den Ureinwohnern. Wer es damit abtut dass die Aborigines nur volltrunken in den städtischen Parks rumhängen, wird der Sache sicher nicht gerecht.

Also bleibt dran!

Jürgen Orangetrotter

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