
Immer wieder kreuzen sich unsere Wege mit anderen Reisenden, die wir schon vor Wochen, irgendwo in Australien getroffen haben.
So ein großes Land, so lange Distanzen die es zurückzulegen gilt um ans nächste Ziel zu kommen, und doch begegnet man oft den selben Menschen. Überhaupt hat man manchmal das Gefühl, ganz Australien besteht nur aus Leuten die mit ihren Wohnmobilen in der Gegend herumfahren.
Vielleicht ist das der Grund warum es sich hier so anders anfühlt.
Der Zauber, unser Zauber, etwas Besonderes zu tun, verliert an Glanz. So sehr wir die Erlebnisse der letzten Monate hier genossen haben, so sehr vermissen wir langsam die Abwechslung.
Wir vermissen die Andersartigkeit der Menschen, fremdartige Kulturen, das Abenteuer.
Uns fehlt das gute, günstige Essen.

Darüber unterhalten wir uns auch mit anderen Travellern, und sind froh, dass es nicht nur uns so geht. Vor allem wenn man zuvor in Asien, Afrika oder Südamerika unterwegs war.
Diese Unterhaltungen sind wichtig, denn manchmal bekommt man etwas Angst, dass man abgestumpft sein könnte, die Schönheit der Natur nicht mehr aufnehmen kann. Für uns gehört eben mehr dazu, es ist spannender wenn das Gegenüber nicht englisch oder deutsch spricht, man die Straßenschilder nicht lesen kann, eine Speisekarte anschaut, keine Ahnung hat was man bestellt hat und es trotzdem ausprobiert, weil es bezahlbar ist. Man mit dem Auto stehen bleiben kann wo man will, wie lange man will ohne sich unerwünscht oder illegal zu fühlen. Wenn man selber für die anderen auch fremdartig ist. Das macht die Sache so viel aufregender.

Trotz allem ist diese Zeit jetzt sehr wertvoll für uns, wir erkennen was für uns den Reiz der Reise ausmacht. Wir reflektieren und immer öfter kommen uns nun auch Gedanken zum Wiedereintritt ins „normale“ Leben. Ich kann Euch sagen, das ist eine ganz schöne Gefühls-Achterbahn. Eines wissen wir sicher. Die Rückkehr, der Neustart, wird ein Abenteuer der besonderen Art, die größte Herausforderung!
Doch noch ist es nicht so weit. Einige Zeit lassen wir uns noch treiben, folgen dem Ruf der Freiheit und Unabhängigkeit.
Alles Liebe,
Eure Helga Orangetrotter