bereits die letzten 75 km von Zahedan zur pakistanischen Grenze werden wir von der iranischen Polizei eskortiert. Und die setzen uns einen richtig ekeligen Typ an die Seite. Ungehobelt, wie er ist, versucht er während der Fahrt immer wieder zu Helga nach hinten zu kommen. Jedes Mal wenn er versucht zwischen den beiden Sitzen durchzuschlüpfen...
drücke ich Ihm, so fest ich kann, meinen Ellenbogen in die Rippen. Er betatscht alles was er finden kann, und ich muss aufpassen das nichts in seinen Taschen verschwindet.
Am nächsten Tag - Eskorte vom Hotel zur Grenze.Tee beim Zoll, Alles relaxed. Vor uns liegen die 600 Wüstenkilometer nach Quetta. Der angeblich gefährlichste Abschnitt durch Pakistan. Also gibt es wieder Eskorte. Zunächst noch im eigenen Jeep, setzen Sie uns später immer älter werdende Soldaten mit ihren Kalaschnikows direkt ins Auto. Besonders Gut drauf war Ismael. Auf irgendwas drauf waren wohl alle fünf die wir hatten. In Dalbandin auf halber Strecke müssen wir übernachten.
In der Nacht darf nicht gefahren werden. Er sieht erst aus wie eine gewöhnliche Polizeistation. Aber schnell stellt sich raus: Wir sitzen im Knast in Belouchistan. Die Gefangenen schlafen wegen der Hitze draußen, zwei Meter neben unserem Bus. Angekettet ist nur einer. Nachdem alle Ihre Neugier befriedigt hatten, und jeder mal fotografiert wurde kehrte schnell Ruhe ein.

Wir brauchen noch Wasser und ein paar Kleinigkeiten aus der Stadt, aber nur mit bewaffneter Eskorte. Er war ganz nützlich, zur Orientierung und beim Handeln.
Die Piste wird immer brutaler. Wir erreichen Quetta und treffen dort auf drei Britische Mopedfahrer. Am nächsten Tag tauchen auch die Vellofahrer von Yazd, David und Arian auf. Sie müssen die Strecken meist im Bus zurücklegen. In der Hoffnung ohne Eskorte auszukommen schließen wir uns den Mopedfahrern an. Aber keine Chance, am Ortsausgang werden wir abgepasst und wieder eskortiert.
Irgendwann werden wir allein gelassen und überqueren einen herrlichen Pass, bis wir in Lorelay wieder von der Polizei aufgegriffen werden. Übernachtung in der Polizeistation. Wir kochen für unsere Moppedler und werden anschließend selbst von den Moskitos verköstigt. Etappe Lorelay-Multan: 300 km. Also eigentlich kein Thema. Aber was jetzt kommt würde ich nicht glauben wenn es mir jemand erzählt. Sie Straße, oder, das was von Ihr übrig ist, wird zu fünf Offroad-Pisten. Jeder, ob Truck oder Karren, wählt die für Ihn vermeindlich beste Piste.Regeln gibt es nicht mehr. Totales Chaos, knietiefe Löcher, knietiefer Sand löst Grobschotter ab. Der Stärkere gewinnt. Helga ist am Ende. Scheinbar endlos zieht sich das hin, bei 40°C.
Höchstgeschwindigkeit 15 km/h. George bricht das Federbein an seinem Moped. Eine Mörderpiste, in der Karte als Hauptverbindungsroute vermerkt. Irgendwann wird’s besser. Wieder Eskorte. Es ist sehr spät und bei diesen Verhältnissen hat wirklich keiner Bock bei Dunkelheit zu fahren. Aber die Polizei erlaubt uns nicht zu übernachten - viel zu gefährlich – Taliban Hochburg. Also müssen wir nach 14 Stunden Fahrt die letzten 70 Kilometer bei Dunkelheit zurück legen. Und das gleicht eher einem Selbstmordversuch. Sorry, aber es ist wirklich nicht zu beschreiben.
Von Multan nach Lahore fahren wir wieder mit Eskorte. Auch 300 Kilometer, allerdings in nur vier Stunden, auf einem Top-geteerten Highway. Danke!
Wir freuen uns auf Indien, obwohl dieses Land und seine Menschen wirklich interessant wären. Aber Du fühlst Dich einfach nicht frei und sicher, wenn Du ständig eskortiert wirst. Und ob es nun - und wie gefährlich es wirklich ist, bleibt nach diesen vier Tagen völlig im Dunkeln.
geräderte Grüße und gleich im Swimmingpool, von
Jürgen Orangetrotter