Vieles hat sich ereignet auf dem Weg hierher, zu viel für einen kurzen Bericht. Deshalb mal das wichtigste:
Die Nepal-Visa laufen aus. Also zurück nach Indien.Aber wir kommen wieder, schon bald. Kaum von Pokhara aufgebrochen, streifen wir einen PKW...
der bis zur Hälfte auf unserer Fahrbahnseite steht weil er seinen Überholvorgang abgebrochen hat. Sein Heck beschädigt, die rechte Seite unseres Bulli´s leicht verkratzt. Auf dem Polizeirevier heftige Diskussion um die Schuldfrage und Schadensregulierung. Wunsch des Unfallgegners: Drei Tage Haft für uns! Nach Telefonat mit der deutschen Botschaft in Kathmandu ist die Sache klar, beide Seiten sollen sich entschuldigen, Händeschütteln, und jeder geht seine Wege. Jürgen beißt die Zähne zusammen, und weiter geht´s.

Am Abend in Chitwan Nationalpark angekommen. Ursprünglich wollten wir hier nur übernachten. Doch dann treffen wir Kari und Walter, zwei deutsche Overlander, bereits seit zwei Jahren unterwegs. Wir genießen ein paar Tage mit Ihnen zwischen gutem Essen und Seele baumeln lassen am Fluss. Schließlich gibt es doch noch eine Elefantensafari. Auf dem Rücken des grauen Riesen, fühle ich mich super sicher. Da kann kommen was will! So sehen wir zwei Nashörner, und genießen das gleichmäßige Schwanken zwischen Meter hohem Elefantengras.
Ich bekomme Probleme mit meinen Ohren. Rechtes Ohr komplett zu, kann nur noch schlecht hören. In der Bude aus der die Medikamente verkauft werden war gerade ein Arzt der mal rein schaute. Ohr total verstopft. Er hat nicht die passenden Instrumente um es zu reinigen, und wir keine Zeit mehr um nach Kathmandu zu fahren.
Nacht vor den Toren eines Hotels in Bihar verbracht, dem gefürchtetsten Bundesstaat in Nepal und Indien. Alles ruhig, keine Zwischenfälle.
Im erst in den 80ern auch für Touristen teilweise zugänglichen Sikkim/Gangtok im Nordosten zwischen Butan und Nepal, oberhalb von Darjeeling, angekommen, erst mal ins Krankenhaus wegen den Ohren. Lange Patientenschlange an der Anmeldung, warten! 5 Rupien bezahlen, mit Anmeldezettel zur HNO-Ärztin. Sie sieht gar nichts und meint kein Problem, das kommt vom Höhenwechsel und von meiner leichten Erkältung, nichts verstopft. Sie verschreibt mir dreierlei Medikament, Klasse! Frage in Touristoffice nach Spezialisten, nach einigem hin, und her finden wir ihn auch. Sehr gute Adresse. Er sieht sofort was los ist und entfernt mir ordentlich viel "Wachs". Ich kann wieder hören und bin überglücklich. Wünsche mir dass Jürgen und ich nie akute medizinische Probleme auf der Weiterreise bekommen. Viele Inder haben leider keine Wahl müssen dem Personal im Hospital vertrauen, will nicht wissen was da alles schief läuft.
Zweimal übernachten vor einem kleinen Kloster bei Rumtek, mit viel Besuch von kleinen und großen Mönchen.
Die Straßen schlängeln sich steil und unaufhörlich die Berge hoch und runter, die Landschaft ist überwältigend. Ein schöner Platz zum Schlafen an einem Aussichtspavillion direkt an der Straße. Beim Abendessen kochen bekommen wir Besuch von drei Mädels, die wir gleich mit verköstigen.
Am nächsten Tag spielen wir noch Taxi für einen Mönch, der etwas verkrampft auf unserer Rückbank sitzt und froh ist als er wieder aussteigen kann. Böse Straße!
Wir stehen jetzt in Pelling im Staate Sikkim. Es ist sehr kühl hier oben, wir sind auf über 2000 Meter. Nachts geht es schnell unter die 10 Grad, und auch tagsüber, wenn die Sonne sich nicht zeigen möchte, bleibt es kalt. Unser Übernachtungsplatz, vor einer Handycraft-Ausbildungsstätte, ist nachts sehr ruhig. Ab halb zehn Uhr morgens wenn die Mädchen und Jungen zur Ausbildung im Weben und Schnitzen kommen, ist es dann vorbei mit der Ruhe. Der Direktor hat uns angeboten, dass wir hier stehen können solange wir wollen. Er ist ein sehr netter Mann, wie auch die Leute der Tourist-Info direkt gegenüber.Wie eigentlich alle Sikkamesen die wir bisher getroffen haben.Gestern Abend wurde unser Orangetrotter genau unter die Lupe genommen und viele Fragen gestellt. Nach dem Probesitzen war das dünne Eis dann endgültig gebrochen. Wir sind heute schon fest in das Leben zwischen Fabrik und Tourist-Center integriert. Tee beim Email schreiben im Tourist-Office, einschl.3 Stunden freies surfen im Netz, und auch am Lagerfeuer auf dem Fabrikhof, das während der ständigen Stromausfälle für Wärme sorgt , sind wir herzlich willkommen.
Zwischendurch gibt es einiges zu tun um uns auf unser kommendes, großes Abenteuer vor zubereiten. Vor unserer Abreise haben wir uns manchmal Sorgen gemacht was wir mit der ganze Zeit anfangen werden, ob uns nicht langweilig werden könnte. Wir hätten es nicht geglaubt, wenn uns jemand gesagt hätte, das Langeweile auf so einer Reise ein Fremdwort ist.
Übrigens, die Schneeketten lassen wir uns nun, nach erfolgloser Suche in Kathmandu (danke Daniel) direkt in Lhasa/Tibet anfertigen, für 60 Euro der Satz.
Alles Liebe Eure
Helga Orangetrotter