
Seit über einer Woche sind wir in Pame, 6 Km von Pokhara am Ende des Phewa Sees. Als erste und einzige Gäste seit zwei Monaten stehen wir im Internationalen Overlander Camp, eingebettet in Reisfelder, umgeben von bewaldeten Hügeln in denen die Affen toben. Es ist ruhig nur die Familie die den Platz führt, es ist ihr Garten, lebt hier. Einige hundert Meter entfernt an der Straße ein sehr kleines Dorf, mit ein paar Verkaufsbuden für das Nötigste. Zwischen den Feldern fließt ein Fluss, über den eine Hängebrücke führt...
Wir kommen uns vor wie im Zoo. Bussarde kreisen über uns, Reiher fliegen vorüber. Gestern ist eine Schlange am Orangetrotter vorbei geschlichen. Bis Jürgen aus dem Bus kam war sie verschwunden, in Unterhose, barfuß und mit Stock bewaffnet hat er versucht sie auf zu spüren. Ein Bild für Götter, seht selbst!

Dann gibt es in Nepal eine Vielzahl von Vögeln einer davon heißt Kingfisher. Er ist braun, weiß, türkis. Es ist so schön ihn fliegen zu sehen, wenn er seine Flügel ausbreitet ist die ganze Farbenpracht seines Gefieders zu erkennen.Dann die hauseigenen Ziegen, die Entenfamilie, Gockel, Hennen usw. Wir verbringen ganze Tage damit nur hier zu sitzen und zu beobachten. Und dann sind da natürlich noch die 6-, 7- und 8-Tausender für die Nepal so bekannt ist.Vom Aussichtspunk Sarankot (1592m), den wir mit Moped und zu Fuß erklommen haben, hat man einen sagenhaften Blick auf das Annapurnamassiv. Mächtig stehen sie vor uns, die schneebedeckten Riesen des Himalaya. Während wir sie staunend betrachten, flattern um uns herum zig Schmetterlinge. Gelbe, orange, braun-türkis, schwarz-weiss, weiss-orange ich bin total entzückt. Mich überkommen hier solche

Glücksgefühle!
Vor ein paar Tagen sind wir mit dem lokalen Bus nach Pokhara gefahren, da wir ja abseits vom Turistentrubel leben, brauchen wir ca. eine halbe Stunde bis in die Stadt. Eine alte Klapperkiste, eng an eng sitzend mit Einheimischen, kitschige klimper Musik, die sehr schmale und holperige Küstenstraße am See entlang. Der Bus klappert und rüttelt uns ordentlich durch. Ein Blick durchs halb offene, verdreckte Fenster eröffnet immerwieder die schönsten Ansichten auf den See, die Boote und der Reis, die von der Sonne in ein wunderbares Licht getaucht werden. Mir ist so warm ums Herz und ich fange einfach an zu heulen, der Moment ist vollkommen. Kennt Ihr das, Sekunden, manchmal auch einige Minuten lang. Alles passt, du bist genau da wo du sein sollst und in diesem kurzen Moment verstehst du die Welt, dann ist wirklich alles Eins.

Sorry, für meinen Ausbruch an Sentimentalität, doch ich liebe solche Augenblicke.
Ihr merkt schon, wir fühlen uns hier sehr wohl und werden wohl noch einige Tage bleiben.
Es kündigt sich Besuch an: Carina, Michael und Roxy (ihr Hund), seit 7 Monaten mit Ihrem Landy unterwegs, gesellen sich auf dem Camping zu uns. Wir verbringen ein paar sehr gemütliche, lustige Tage mit den drei sympatischen Overlandern.
Ihr lest von uns!
Eure Helga
Orangetrotter