
Es ist nicht einfach, in der gleichnamigen Hauptstadt des weltbekannten Teeanbaugebiets Darjeeling einen guten Übernachtungsplatz zu finden.
Schon auf der sehr steilen Anfahrt hier her haben wir mit den engen Straßen Bekanntschaft gemacht. Endlich in der Stadt angekommen, sollte es noch schlimmer kommen. Heftige Stichstraßen und enge Gassen gilt es zu bewältigen. Einmal mehr bewundere ich Jürgens Gelassenheit und Fahrerqualitäten, selbst die engsten Straßen rechts und links zu geparkt, steuert er notfalls auch rückwärts, souverän unseren Orangetrotter ans Ziel.
Nach einigem fragen und suchen landen wir auf dem Parkplatz des Gymkhana Club, eine Art Sportverein. Ein großes, dunkles Gebäude in dem sich zwei Badmintonfelder, ein Raum zum Billiard spielen, eine Bar, div. andere Sportmöglichkeiten und viel Nichts befinden.Indische Verhältnisse, versteht sich. Gegründet 1909 und seit dem hat sich scheinbar auch an der Einrichtung nichts geändert. Wir sprechen mit dem Manager, nachdem wir 50 Rupis pro Person, pro Tag bezahlt haben, sind wir nicht nur stolze Besitzer eines Parktickets sondern wahrscheinlich auch die ersten deutschen Mitglieder des Darjeeling Gymkhana Clubs.

Am nächsten Tag fahren wir eine Teilstrecke mit dem legendären Toy Train. Die Schmalspurbahn Darjeeling Himalayan Railway wurde 1881 als Erweiterung der North Bengal State Railway fertiggestellt und klettert von New Jalpaiguri via Silguri über ein 88 km langes Gleis hinauf nach Darjeeling. Sie gehört seit 1999 zum Welterbe der UNESCO. Der Zug überquert die Straße mehrfach und teilt sie sich anderswo mit dem übrigen Verkehr. Da geht es richtig eng her. Laut schnaubend quält sie sich oft nur cm knapp an Shops, Häusern, Fahrzeugen und Passanten vorbei. Auf unseren 7 km von Darjeeling nach Ghoom (2438 m) befährt der Zug die Batasia-Schlaufe, die spektakulärste der drei Schlaufen auf der gesamten Strecke. Eine andere Methode, rasch an Höhe zu gewinnen, sind die Wendestationen, an denen die Gleise einen Z-förmigen Verlauf nehmen. Manche Reisende empfinden die entsetzlich langsame klaustrophobische Fahrt als wahren Härtetest. Unsere nur 1 ½ Std. waren für uns jedoch ein voller Genuss!
Im sehr gut gemachten Zoo, der seinen Schwerpunkt auf den Erhalt vieler bedrohter Arten legt bekommen wir die typischen Tiere Indiens und Nepals, die in freier Natur inzwischen nur schwer zu finden sind zu Gesicht. Die da wären: Bengal Tiger und andere Wildkatzen, Red-Panda, Black-Bear, Schneeleoparden, Wölfe, Yak, Fasane, usw.

Im Tierpark befindet sich auch das Himalayan Mountaineering Institute (HMI), eines der bedeutendsten Bergsteiger-Ausbildungszentren Indiens. Es beherbergt auch das Everest Museum in dem div. Expeditionsabenteuer zum Mount Everest dokumentiert und die benötigten original Utensilien vergangener Zeiten zu bestaunen sind. Selbstverständlich wird hier auch über die Erstbesteigung vom 29. Mai 1953 von Edmund Hillary und Tenzing Norgay Sherpa berichtet, welcher übrigens auch auf dem Gelände des HMI begraben liegt.
Jetzt freuen wir uns noch mehr darauf, den höchsten Berg der Welt bald aus nächster Nähe vor Augen zu haben...
In diesem Sinne, back to Nepal.
Bis bald Eure Helga Orangetrotter