Froh darüber, dass wir nun in den Bergen sind, wo die Luft viel besser und klarer ist, man wieder frei atmen kann ohne Gift ohne Ende in sich aufzunehmen. Die unkontrollierte Müllverbrennung in der Stadt, der Smog sind wirklich unvorstellbar. Dieses Gemisch und die Hitze machen mir wirklich Probleme.
Den ganzen Tag Sodbrennen, was ich normal überhaupt nicht kenne. Erst dachte ich auch dass es vielleicht vom ungewohnten indischen Essen kommt, das übrigens super lecker ist. Egal was man isst, man kann keinen Fehler machen, es ist alles super fein. In den Bergen angekommen und die Beschwerden waren weg. Liegt auf der Hand dass es die miese Luft war, oder? Bin wirklich froh dass wir das mit dem Müll und den Abgasen in Deutschland recht gut im Griff haben. Echte Lebensqualität.
Indien, das sind unglaublich schöne Berge, bizarre tiefe Schluchten mit wunderschönen Flüssen und Wasserfällen aber auch höllische Pässe, mit brutal schlechten Straßen.Was heißt Straßen sind es eigentlich schon gar nicht mehr, nur übelst vergammelte Schotterpisten. Eine davon sind wir gefahren, den Jalori-Pass bis auf 3120 m. Das war echt grenzwertig. Wir haben daraus gelernt dass wir uns in Indien zukünftig nur noch auf den Hauptverbindungsstrecken bewegen werden. Die sind übel genug! Für solche Abenteuer haben wir einfach nicht das passende, und eben auch nur ein Fahrzeug. Landschaftlich war es allerdings absolut lohnenswert.
Indien, das sind auch sehr viele Menschen. Wenn es eng wird drängeln sie ohne Rücksicht auf Verluste, haben keine Berührungsängste, wenn es z.B. darum geht in einen Tempel zu kommen.. Sie sprechen ein Englisch, das ich einfach nicht verstehe. Sie sind neugierig, aber nicht so aufdringlich wie ich befürchtet habe. Viele unterschiedliche Colour von den Neureichen jungen Indern die einen zum Essen ins Restaurant einladen, was ich hier nie erwartet hätte, bis zu den vielen armen, hart arbeitenden Frauen und Männern zB. Im Strassenbau. Von früh bis spät auf den Straßen beim Steine klopfen, um den nie endenden Wettlauf mit dem Zerfall mit fast blosen Händen bestreiten.Die zahllosen Träger, die vom Kühlschrank bis zur Waschmaschine und was sonst noch alles die steilsten, kilometerlangen Wege mit Ihrem Kopfgeschirr hochschleppen müssen. Die vielen Bettler und Behinderten. Die Familien die unter ärmlichsten Bedingungen in Bretterverschlägen und Folienbauten wohnen. Die Schulkinder die früh morgens in ihren unterschiedlichsten Uniformen aus allen Himmelsrichtungen teilweise Stunden über die unwirtlichsten, steilen Bergpfade zur Hauptstrasse gelaufen kommen, um sich am nächstmöglichen Bushalteplatz von den total irren Busfahrern abholen zu lassen.Wir sind wirklich froh, dass wir nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren müssen.
Affen, Schmetterlinge, Vögel, Ziegen, Schafe, wilde Hunde und Kühe im Restaurant. Romantisch anmutende bunte Gewänder, die einem ein Idyll vorgaukeln dass einfach nicht wahr ist. Und noch tausend andere Eindrücke die mich erschlagen, und die ich noch nicht in Worte fassen kann.Ganz ehrlich, ich habe im Moment noch keine Ahnung was ich über dieses Land und seine Menschen denken soll. Wenn ich das für mich klarer habe, dann lass ich es Euch wissen.
Eure etwas verwirrte
Helga Orangetrotter
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