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So, nun sind wir gerade zwei Stunden im Iran und sitzen bereits auf dem Teppich einer iranischen Großfamilie im Egolipark in Tabriz, und lassen uns von vorn bis hinten bedienen und verwöhnen. Eine Einladung folgt der Nächsten.(genaueres in Helgas Beitrag ...............)
Stadtführung mit Mahdie, eine 21 jährige Pharma-Studenten und unser Guide für die nächsten Tage. Es war Ihr Wunsch, natürlich unentgeltlich. Bei der Gelegenheit machen wir gleich ein Treffen für Esfahan mit einer Zufallsbekanntschaft aus, die gerade in Tabriz Urlaub macht. Dann Abendessen, gekocht von Mahdies Tante, begleitet von einem Cousin. Sie mussten eine volle Stunde mit dem Taxi durch den chaotischen Verkehr von Tabriz kurven, weil Sie uns pardout das Mal an unseren Bus bringen wollten. Gegen 23.00 Uhr fahren wir die Drei natürlich nach Hause.
Stop am Supermarkt eines anderen Cousins. Dort bekommen wir Brot, natürlich umsonst. Schnell sind 10 Leute am diskutieren. Whats the metter? Sie wollen mir Bier besorgen. Darauf steht übelster Knast, für den der es nicht weiss. Ich lehne ab, viel zu gefährlich! Nachdem uns der Cousin sein Appartment anbietet, machen wir noch das Programm für den nächsten Tag fix, und wir brechen auf zur Railwaystation mit angeschlossenem Park und viel Platz um in unseren Orangetrotter zu übernachten.Wir stehen kaum 5 Minuten, klopft es am Bus. Kommt jetzt wieder ein Ratschlag vom Parkwächter wo wir besser stehen würden? Nein, es ist Mahdie mit einer Hand voll Cousins, Tanten, Cousinen, einem Freßkorp, Teppichen und Kissen. „Sorry, they wanna talk with you“. OK, Picknick um 24 Uhr direkt neben der Straße.
Nächster Tag: Gemeinsam zum großen überdachten Bazar. Plötzlich bleib ich mit meiner Kameraschlaufe an einem vorbeifahrenden Transporter hängen. Die Kamera steigt ein paar Meter in dem Himmel und kracht auf den Boden.Display kaputt.
Sofort machen Mahdie und Ihre Tante einen Panasonic-Shop aus. Ersatzteile gibt es aber nur in Teheran. Mahdie macht alles klar. „ Mahdie you are great, do you know that?“ Anschließend Shopping Tour mit Helga und Freundinnen. Mehr Kopftücher müssen her! Ein weiterer Cousin von Mahdie schweißt mir zwischenzeitlich meine gebrochene Auspuffhalterung. Bezahlung? Auf keinen Fall! Dann noch Duschen und Lunch bei Mahdies Onkel („Ramadan is ded“) und Programm für den nächsten Tag: Kandovan und Salzseen mit der Familie. Am Salzsee gibt’s selbst gegrilltes Kebap vom Chicken, Chai, und ein Bad im salzhaltigsten See den ich kenne.(seht die Fotos an!) Nach der Rückkehr eine kleine Ruhepause, und um 22.00 Uhr treffen wir uns zum Eisessen. Hier starte ich nochmals einen Versuch auch mal etwas zu bezahlen. Der Onkel lehnt entsetzt ab! „Viel, zu viele Leute“ Ja tatsächlich, wir waren über 20. Der Abschied von Mahdie und Nasi am nächsten Tag fiel unglaublich schwer. Wir haben Sie in unser Herz geschlossen, und Ihr geht es genauso.
Ob nun im sicher gewöhnungsbedürftigen Straßenverkehr, in den Städten, oder auf dem Land, wir haben uns selten so Willkommen und sicher gefühlt wie mit den Menschen in diesem Land. Das sollte sich auch die folgenden Tage betätigen.
Natürlich will ich nicht über die Lebensbedingungen im Alltag, besonders der Frauen, hinwegtäuschen. Wir sprechen viel darüber; und wünschen uns das sich diese baldmöglichst ändern. Mehr kann ich Hier, und zu dieser Zeit nicht darüber loswerden.
Eure Orangetrotter
Helga & Jürgen