Dienstag Vormittag: Gespannt, aufgeregt und sehr unsicher was mich erwartet, sitze ich, zugegeben etwas angespannt in unserem Bulli. In meiner bis zum Hals zugeknöpften Bluse und meiner Kopfbedeckung fühle ich mich etwas befremdlich. Wir stehen zwischen der türkischen und iranischen Grenze,
vor uns der Overlanderbus mit 28 Reisenden die wir gestern Abend schon getroffen haben. Sie reisen in acht Monaten von London nach Sydney. Die weiblichen Traveller haben alle lange, schwarze Kleider und schwarze Schals, plötzlich beschleichen mich Bedenken, ob mein Aufzug wirklich ausreichend ist.
Jürgen kümmert sich um die ganzen Formalitäten und irgendwie schafft er es auch den ganzen Schleppern und Geldwechslern, die ihr Geschäft mit uns machen wollen zu entkommen. Nach knapp zwei Stunden sind wir durch den Zoll. Entgegen allen Befürchtungen ging dies recht zügig und unproblematisch über die Bühne, wir haben uns auf mehrere Stunden warten gefasst gemacht. Und jetzt.....
.....sind wir im Iran! 
Gerade noch rechtzeitig zum Einbruch der Dunkelheit erreichen wir den ElGoli-Park in Tabriz, hier können wir übernachten. Und wir sind nicht allein. Überall parken Autos und unmittelbar daneben stehen Zelte. Die Iraner lieben Camping. Und sie haben keine Berührungsängste und sind dabei null aufdringlich. Das schätze ich sehr. Es dauert nicht lange bis drei Frauen auf uns zukommen und wissen wollen woher wir kommen und ratz-fatz sitzen wir bei der gesamten Verwandtschaft vorm Zelt und trinken, wie kann es anders sein, Tee. Sie nehmen uns unglaublich herzlich und freundlich auf. Mahdiyeh, die junge Frau die uns angesprochen hat, spricht sehr gut englisch und muss hunderte von Fragen die ihre Geschwister, Tanten, Onkel, Eltern, Neffen, Schwager usw. an uns haben übersetzten. Es ist zu lustig. Die Männer total zurückhaltend, respektvoll und überhaupt kein Matchogehabe. Mahdiyeh bietet uns an uns am nächsten Tag Tabriz zu zeigen. Dieses Angebot können wir unmöglich abschlagen, was kann uns Besseres passieren?!!!
Mittwoch morgen 10 Uhr holt sie uns bei unserem Orangetrotter ab und wir fahren mit dem kostenlosen Bus, in dem viele iranische Touristen sitzen von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Die interessanteste scheinen allerdings wir zu sein!!! ;-) Alle sind unglaublich interessiert und stellen viele Fragen. Bieten Hilfe an, haben Tipps. Und das schöne daran ist, es ist echt und ehrlich. Keiner von ihnen denkt dabei an Geld. Es geht hier um den Menschen. Sie sagen sie freuen sich über jeden Tourist der in den Iran kommt, da das Bild dass nach außen getragen wird nicht der Realität entspricht. Und das glaube ich inzwischen, mit jeder Faser meines Körpers. Ja, ich weiß, wir sind erst einen Tag hier und ich weiß wirklich noch nicht viel und muss auch noch abwarten was kommt. Was ich momentan sagen kann ist:
Ich fühle mich sehr, sehr wohl in diesem Land, ich fühle mich Willkommen und ungeachtet dessen was noch kommen kann, bin ich den Menschen die mich hier empfangen haben unendlich Dankbar, dass sie mir durch ihre Herzlichkeit und Unvoreingenommenheit ein rießiges Geschenk gemacht haben: Sie haben mir die Angst/Unsicherheit vor diesem Land genommen!
Heute Abend bekommen wir von Mahdiyeh´s Tante ein typisch iranisches Abendessen dirket vor unseren Orangetrotter und morgen gehen wir gemeinsam mit Mahdiyeh und ihrer Tante zum Basar. Ist das nicht großartig!?
Thank you very much: Mahdiyeh an family and Nazila her girlfriend
Masume and her family
Nasrin a girl, 13 years old and her hole family from Mashhad
Amir, the guide from the bustrip,
and all the other people from Tabriz we met!
Good to now you!
Kyndly wish from Helga & Jürgen – the Orangetrotter