Heimkehr

Freitag, den 06. Mai 2011 um 07:05 Uhr

Wir sind tatsächlich zurück, wo sind die letzten 20 Monate geblieben, was haben wir die ganze Zeit getan? Wir haben uns die Welt etwas kleiner gemacht. Haben uns in Situationen gebracht, die wir uns nicht hätten träumen lassen. Waren in Ländern, die zu bereisen wir vor fünf Jahren, nie in Betracht gezogen hatten. Haben Menschen getroffen, die gar nicht so anders sind wie Du und ich. Haben Landschaften und Tiere gesehen die uns sprachlos gemacht haben. Hatten Gerüche in unseren Nasen die uns überwältigt haben, im Guten, wie im Schlechten. Wir haben gelacht, geweint, diskutiert und geschwiegen, gestritten und geliebt...

Waren erfüllt von Freude und manchmal auch von Angst. Konfrontiert mit Leben und Sterben. Oft, so oft, haben wir eine Dankbarkeit empfunden die nicht in Worte zu fassen ist. Ungewissheit, immer wieder. Haben erkannt, eine Lösung gibt es immer. Es gibt kein „es geht nicht mehr“. Die Menschen die wir getroffen haben, haben diese Reise zu dem gemacht was sie war, ein Einblick, wenn auch ein kleiner, in die Wunder dieser Welt.

Ein großes Abenteuer geht zu Ende und ein neues beginnt......

Wir verlassen Hamburg, sind glücklich unseren Orangetrotter wieder unbeschadet bei uns zu haben. Genießen es endlich wieder „on the road“ zu sein. Einer bekannten Umgebung, lieben Menschen und einer ungewissen Zukunft entgegen. Uns erwartet das größte Abenteuer dieser unglaublichen Reise: Heimkehr und Neustart in einem altbekannten und doch fremden Land.

Wir nähern uns langsam unserer Heimatstadt Memmingen. Was das für ein Gefühl ist? Hm, ein komisches. Am meisten überrascht uns, dass es sich anfühlt, als ob wir von einem zweiwöchigen Urlaub nachhause kommen. Wir fahren am Ortsschild vorbei, und ein bisschen kreuz und quer durch die Stadt, mal sehen ob sich hier was verändert hat.

Das Wiedersehen mit unseren Familien und Freunden ist sehr schön, vertraut, bekannt. Es ist etwas besonderes, die Menschen die einem am meisten am Herzen liegen, nach so langer Zeit wieder in die Arme schließen zu können und festzustellen, dass diese Beziehungen nicht unter der Entfernung gelitten haben. Nach den ersten Erzählungen machen wir uns auf den Weg zu unserer vorläufigen Bleibe. Zu unseren Freunden Nico und Karin, die uns bereits am Beginn, und während unserer Reise eine große Stütze waren. Sie haben für uns ein Plätzchen, wo wir mit unserem Orangetrotter stehen, und noch ein bisschen an unserem Reiseleben festhalten können, damit der Wiedereintritt nicht ganz so plötzlich kommt. Sanftes reingleiten in den deutschen Alltag, auf der Gänsewiese.

Die lieben Menschen, die warme Frühlingssonne und die erwachende Natur nehmen uns mit offenen Armen auf, und wir fühlen uns willkommen.

Was bleibt ist ein Gefühlscocktail den zu beschreiben ich im Moment nicht in der Lage bin.Es ist nicht wie „himmelhoch jauchzend“ und „zu Tode betrübt“. Nicht „wie auf Wolke sieben“ und auch nicht wie „tief fallen und hart aufschlagen“. Eher wie irgendetwas dazwischen, ein bisschen zwischen den Welten schwebend, wie gar nicht da sein, aber da sein sollen, und nicht sicher, ob da sein wollen. Ihr seht schon, es ist nicht möglich es in Worte zu fassen. Was auch kommt, wie die nächsten Wochen auch verlaufen werden, wir sind offen und neugierig, bereit und bemüht aus der bunten Farbpalette des Lebens, das Bild zu malen in dem wir uns am wohlsten fühlen.

Denn eines haben wir gelernt:
Kümmere Dich um Dich und Deinen Seelenfrieden. Schau dass Du zufrieden bist, genieße die kurzen wahren Glücksmomente, bleib bei Dir, schade dabei keinem anderen. Übernimm die Verantwortung für Dein Leben und sei dankbar. Und wenn Dir Deine Situation nicht mehr gefällt, dann verlasse sie. Wir haben unglaublich verschiedene Lebensmodelle kennengelernt, und alle funktionieren sie. Natürlich, sie haben ihren Preis. Wir werden Euch auch diese, faszinierenden Geschichten erzählen und freuen uns darauf!

Wir halten Euch auf dem Laufenden, bis bald

Eure Helga, Orangetrotter

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