Tuberkulosetest und die Stadt an der "Strasse von Malacca"

Geschrieben von: Helga
Sonntag, den 15. August 2010 um 06:22 Uhr

In Malaysia treffen wir mehr Overlander als irgendwo sonst auf unserer Reise. Das liegt daran, dass viele von Indien oder den arabischen Ländern hierher verschiffen. In Kuala Lumpur sind dies die Schweizer Carmen & Martin sowie der Franzose Marc.

Wir sind stolz, dass wir es bisher ohne Verschiffung geschafft haben, nicht viele fahren bis Malaysia kpl. auf dem Landweg. Einheimische fragen uns oft ungläubig: „ gibt es eine Straße von Deutschland hier her?“ Wir wundern uns ja selber wie „einfach“ es war! Das ändert sich allerdings gerade.

Am Freitag hatten wir einen Termin im Gleneagels Hospital um uns auf Tuberkulose röntgen zu lassen. Eine Forderung der australischen Behörden. Es überrascht uns, dass schon die Visabeschaffung für unser nächstes Reiseziel so aufwändig ist. Nach dem wir auch unsere finanziellen Mittel offen gelegt haben, wurde uns nach langem Bangen endlich das Visa genehmigt.

Bevor wir uns jetzt darum kümmern, dass auch unser Orangetrotter einreisen darf, was etwas schwieriger werden könnte, besuchen wir noch Melaka.

Schon Mitte des 15. Jhs. war „Malacca“ eines der bedeutendsten Handelszentren der damaligen Welt. Eine bunte, quirlige Stadt, in der Händler und Seeleute aus allen Herrenländern die Straßen bevölkerten. Geprägt von Portugiesen und Holländern, und einem wahrlich auch heute noch, multikulti Treiben und einer Sprachvielfalt wie wir sie nur aus Malaysia kennen. Englisch, Malayisch, Indisch, Portugiesisch, und Chinesisch sind hier Umgangssprachen.

In Malakas Chinatown erleben wir ein China, dass wir so von unserem Abstecher durch das richtige China, nicht kennen. Das bestätigt uns, Teo, ein chinesischer Arzt, der uns seine geliebte Stadt zeigt. Hier gab es keine Kulturrevolution und die alten Traditionen werden noch gelebt. Die typisch chinesischen Häuser, von der Front erst unscheinbar, entpuppen sich in ihrem Inneren mit den sonnendurchfluteten Höfen, uralten,Böden, prachtvollen Holztreppen und Geländern als wahre Schmuckstücke.

Auf dem „Roten Platz“ beobachten wir die phantasievoll geschmückten Trishaws, Fahrradrikschas die mit laut dröhnender Musik und wild blinkenden Lichtern die Touristen durch die engen Straßen chauffieren.

Jürgen und ich gönnen uns noch australientaugliche Sonnenbrillen. Meine wurde mir in den Cameron Highlands von einer Windböhe vom Kopf gerissen und vom dichten Dschungel verschlungen. Jürgens Brille liegt irgendwo in China in einem Goldfischteich. Wir beide sind somit gerüstet für Australien und machen uns jetzt an den Papierkram und das Aufpolieren unseres Reisegefährt(en) für die Verschiffung. Die Quarantäne-Bestimmungen sind extrem hart.

Bis bald Eure

Helga Orangetrotter

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