5 Wochen im Schnelldurchlauf

Schock im Khao Yai Nationalpark – Jürgen wird von etwas Bienen-ähnlichem gestochen! Am Daumen. Aber überall juckt´s. Eine halbe Stunde später bilden sich riesige Blasen, der halbe Körper ist von Ausschlag und Schwellungen übersät. Dann auch noch starker Druck auf dem Herzen,
extreme Schübe, wir brauchen einen Notarzt. Das nächste Krankenhaus ist 40 Km entfernt. Wir fahren mit einem Parkranger dem Krankenwagen entgegen. Gott sei Dank schlägt unser Notfallmedikament an, bis wir endlich fachmännische Hilfe erreichen.
Bangkok brennt – Die Hauptstadt wollten wir meiden! Die bereits seit Wochen andauernden Unruhen und Proteste der Redshirts, verunsichern uns. Um unsere Solar-Power aufzurüsten ist ein Aufenthalt dort jedoch unumgänglich. Bevor es zu „heiß“ wird haben wir alles erledigt und verlassen die Stadt. Am gleichen Tag startet die Militäroffensive. Wir sehen beim rausfahren die Rauchtürme.
Jürgen verpasst mir einen praktischen Kurzhaarschnitt.
Für immer: Leben im Auto – Wir treffen zwei nette Overlander. Schon seit fünf Jahren sind sie in ihrem Iveco unterwegs. Ihr Plan ist es, für den Rest ihres Lebens durch die Welt zu ziehen. Anna-Laura und Hubert haben viele spannende Geschichten zu erzählen. Es macht Spaß sich mit ihnen über Gott und die Welt zu unterhalten, wir beschließen ein paar Tage gemeinsam zu verbringen.

Wir treffen auch unsere radelnden Rentner aus der Schweiz wieder. Das letzte Mal trafen wir sie in der Türkei. Respekt!


Schauplatz Tsunami: Ein Blick in unsere Vergangenheit – Am 26. Dezember 2004 waren wir auf Phuket und haben den Tsunami überlebt.
Unseren Bungalow gab es nach der Welle nicht mehr, doch wir haben den Schlüssel noch. Diesen bringen wir Sak, dem Besitzer der Anlage zurück. Er hat sich damals den ganzen Tag um mich gekümmert, bis Jürgen mich wieder gefunden hatte.
Er freut sich wirklich über unseren Besuch. Wir haben auch den Getränkeverkäufer gefunden, der Jürgen an besagtem Tag geholfen hatte. Jürgen hat nach der Welle den restlichen Tag versucht mich, bzw. Sak wieder zu finden. Doch niemand der Schaulustigen die zum Unglücksort kamen, darunter viele Deutsche, waren bereit ihr Handy zur Verfügung zu stellen. Der nette Thai hat es ihm gleich mehrmals gegeben, und immer wieder. Es war uns ein Anliegen noch einmal DANKE zu sagen und wir sind überglücklich, dass wir beide finden konnten. Es war nicht ganz einfach.
Leben im Luxus – Eine Nacht verbringen wir in der Villa von Multitalent Sepp, ein deutscher Auswanderer der es zu viel gebracht hat in seinem Leben.
Koh Samui, eine Küste zum davon laufen – Ein neues Carnet (Zollpapier für´s Auto) ist fällig. Auf Samui haben wir eine zuverlässige Post-Adresse für den Versand der Papiere. Das ist der einzige Grund warum wir überhaupt auf die sehr touristische Insel wollen. Am liebsten würden wir sofort wieder fahren. Die zugebauteste Küste die wir je gesehen haben. Die schönsten Strände, aber kein Weg dorthin, ohne ein Hotel oder Resort durchqueren zu müssen. Overlanders Alptraum.
Was uns schlussendlich doch dazu treibt, der Insel fluchtartig den Rücken zu kehren. Also muss einen neue Versandadresse her!
Weiter an der Ostküste. Schon seit China begleiten uns immer wieder diese bizarr-wundervollen Karstberge. Es handelt sich hier in Thailand um das fortlaufende Massiv von Yunnan. Ursprünglich ein Korallenriff, entstanden vor ca. 230 Mill.Jahren, war weitaus größer als das Great Barrier Reef vor Australien. Durch Erdbewegungen wurde es aufgefaltet. Wir besuchen beeindruckende Tempel, baden einsam an den schönsten Wasserfällen, übernachten im Dschungel und beobachten stundenlang Termiten, die mit ihren Bahnen langsam unseren Bus zu umzingeln scheinen.

Nach einem Nickerchen an einem Traumstrand bei Krabi werden wir wieder mal angesprochen. „Nice car! Where do you come from?“ Einer zückt sein Handy, uups eine Deutsche Stimme? Stefan ein Thai-Deutscher betreibt einen Ersatzteilhandel für VW-Oldtimer. Er ist erst 15 Jahre alt. Eine neue Versandadresse ist gefunden. Manchmal läuft es erstaunlich rund!
Zur Zeit stehen wir vor Wat, Thum Sua . Hier ist bestens für uns gesorgt. Toilette, Dusche und gemeinsames Frühstück mit den Mönchen. Eher ein Ritual. Alles aus Spenden finanziert, wie alle buddhistischen Tempel in Thailand. Die Mönche leben im angrenzenden Dschungel, eingerahmt von 300 Meter hohen, fast senkrecht aufragenden Karstkegeln, inmitten von über 100 Jahre alten Bäumen. Ein paar Schritte über eine steile Treppe und Du bist in einer anderen Welt.

Zaki, ein Deutscher, Unternehmensberater, lebte lange in den USA. Jetzt sieht er die Zukunft in Asien. Er besucht, so oft es der Job zulässt, für mehrere Tage diesen Tempel. Um den Mönchen zu dienen und in der meditativen Stimmung Kraft zu sammeln. Er kennt das Innenleben inzwischen sehr gut und wir lauschen gespannt.
Wie es uns geht? – Sehr gut. Über zehn Monate unterwegs und wir sind uns einig, dass wir auf keinen Fall im Winter zurück nach Deutschland wollen. Nach der Hitze hier wäre das wirklich unerträglich. Wir schmieden Pläne wie wir es, mit unseren verbleibenden paar Kröten, bis ins Frühjahr schaffen können.
Alles Liebe,
Eure Orangetrotter
Helga & Jürgen